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Harry Potter ist KEIN Kinderbuch

Der erste Band war noch recht harmlos. Doch je älter Harry wurde, desto mehr zog die Gewalt- und Horrorspirale an. Band 5 haben wir schon nicht mehr an Kinder unter 14 Jahre verschenkt. Die Verfilmung von Band 2 enthielt bereits eine Szene in der „Kammer des Schreckens“, dir mir als Kind monatelange Alpträume garantiert hätte. Die kleinen Kinder in der Reihe vor mir taten mir leid. Mit „Harry Potter und der Halbblutprinz“ scheint Joanne K. Rowling endgültig die Fronten vom Kinder- und Jugendbuch zur Erwachsenenliteratur gewechselt zu haben.
Ich selbst warte noch auf die deutsche Ausgabe. Mehrere Freundinnen – allesamt gestandene Frauen – haben ihn sich bereits auf englisch einverleibt. Die einhellige Meinung: „Die ersten zwei Drittel sind nett, aber gegen Ende hin wird es brutal.“ So brutal, dass manchen dieser erwachsenen Frauen richtig schlecht wurde.
In einer Hinsicht waren sich alle einig: der Zauber ist vorbei.
Eine 13jährige dagegen meinte: „Ich lese keinen Harry Potter. Das ist doch ein Kinderbuch.“ Auf ähnlichem Niveau scheinen die Mitarbeiterinnen der sonst von mir hochgeschätzten Oberurseler Stadtbücherei zu agieren. Dort findet anlässlich des Erscheinens der deutschen Ausgabe von „Harry Potter and the half-blood Prince“ eine Lesung statt. Für Kinder ab 7 Jahre. Für meine Hinweis auf dies doch arg niedrige Besuchsalter wurde ich ausgelacht. Aus meiner – sonst eher sehr liberalen Sicht – einer Veranstaltung, die einen Preis in Sachen schwarzer Pädagogik würdig wäre.

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