Arnie, Tookie und der Tod der Illusion
Ach Arnie. Es gab Zeiten, da hab ich dich bewundert. Als ich mich in der Muckibude rumquälte und deine Poster als Mister America dort an der Wand hingen. Da war klar: wer das geschafft hat, muss über einen unglaublichen Willen verfügen. Die Fähigkeit, sich Ziele zu setzen, und das Durchhaltevermögen, sie zu realisieren.
Wir beide wurden älter. Eines Tages erlebte ich dich als Terminator. Der Grusel früherer Film-Peinlichkeiten war vergessen und ich war begeistert. Du warst ein richtig geiler Action-Darsteller geworden, stark, selbst-ironisch, immer mit einem coolen Spruch auf den Lippen.
Dann der Wechsel in die Politik Why not? Wir sind Papst, wir sind Deutschland, warum nicht auch ein Österreicher als Gouverneur von Kalifornien? Zugegeben, die Liaison mit den Republikanern säte erste Zweifel. Aber trotzdem setzte ich Hoffnung in dich. Schließlich warst du ein Held.
Bis letzte Nacht.
Staatlich sanktionierter Mord an einem möglicherweise Unschuldigen als politisches Zugeständnis von einem, der sowieso bereits politisch auf dem absteigenden Ast ist? Kein Veto für einen Menschen, der die Chance zur Änderung und Weiterentwicklung genutzt hat. Deine Chance vertan, ein starkes Rückgrat zu beweisen. Oder taugen Österreicher ausserhalb ihrer Heimat oder ehemalige Actiondarsteller einfach nicht als Politiker? Der Daumen von Gouverneur Arnold Schwarzenegger zeigte jedenfalls nach unten.
Heute ist nicht nur Stanley Williams gestorben. Auch der Terminator ist tot.
Diese Artikel koennten thematisch ebenfalls interessieren:
am 13. Dezember 2005 um 2:39 pm Uhr.
Arnies Filme sind in der Tonne gelandet.
am 13. Dezember 2005 um 2:50 pm Uhr.
Absolut wahr !
Mit seinem Handeln hat “Arnie” jeden Respekt verpielt. Aus dem coolen Actionheld ist ein übler Reaktionär geworden.
Wär er mal besser bei seinen Hanteln geblieben…schade.
am 13. Dezember 2005 um 10:58 pm Uhr.
Mein Gott, was für ein gequirlter Blödsinn. Dies hier soll ein Literaturprojekt sein? Vielleicht sollte man derart ernste Themen nicht zum Anlaß für stumpfsinniges Schwadronieren nehmen, da vergeht dem, der sich hauptberuflich mit tatsächlicher Literatur befasst, jegliche Lust irgendeine Form von “echten” Literaturprojekten im Internet zu fördern.
Verständnislosen Gruß
K. W.
am 13. Dezember 2005 um 11:12 pm Uhr.
Ich liebe anonyme Meckerer. Es sagt mehr über den Geist des Kritisierenden aus als über das Objekt seines Unwillens
am 14. Dezember 2005 um 11:19 am Uhr.
[...] Alle hacken auf den USA rum, also geb ich auch mal meinen Senf dazu ab. Nachdem der als USA-kritisch bekannte Spiegel Spiegel über die Rede des Literaturnobelpreisträger Harold Pinter diesem einen ganzen Artikel widmete, finden sich auch in diversen Blogs interessante Meinungen und Positionen. Persönlich wundert es mich doch sehr, dass die USA-Kritik jetzt doch recht plötzlich diese Ausmaße annimmt. Immerhin hat “Big Brother” doch auch in der Vergangenheit (z.B. Vietnam) nicht gerade ruhmreiche Aktionen blicken lassen. Klar gabs auch da hier und da Kritik – aber war die so massiv wie momentan? Liegt das vielleicht an dem “wundervollen” Depp^wPräsidenten? [...]
am 14. Dezember 2005 um 3:59 pm Uhr.
Ich mochte ihn schon früher nicht. Typisches Beispiel dafür, das “hart” sein, nicht unbedingt bedeutet, rückrat zu haben. Gefällt mir gut der Artikel…